02.04.2019,

Da heißt es plötzlich "Durchmarsch"


Dass die Damen 3 immer wieder für eine Überraschung gut sind, haben sie in den vergangenen Jahren bereits mehrmals bewiesen – aber was sich am Ende dieser Saison abgespielt hat, damit hätte wirklich keiner gerechnet.

Nach dem überraschenden Aufstieg in der vergangenen Saison in die Bezirksliga (übrigens dem zweiten in drei Jahren) war der Plan eigentlich nur, die neue Liga zu halten. Aber es kam anders…
Direkt zu Saisonbeginn konnten man sich auf dem zweiten Tabellenplatz festsetzen und diesen auch beinahe die komplette Saison lang halten. In einer sehr umkämpften Liga, in der bis zuletzt fünf Teams um den Aufstieg kämpften, will das schon etwas heißen. Nachdem man am vorletzten Spieltag den bis dato stark aufspielenden Tabellenführer Fellbach mit 3-1 bezwingen konnte, war die Tabellenspitze und damit der direkte Durchmarsch plötzlich aus eigener Kraft zu schaffen. Aber hey – kein Druck!

So versammelten sich 17 Spielerinnen am vergangenen Samstag in der Innenstadthalle, um mindestens fünf Punkte aus zwei Spielen und somit Platz eins zu ergattern. Das erste Spiel gegen die Damen aus Stuttgart startete man konzentriert und konnte schnell mit 2-0 Sätzen in Führung gehen. Der Sieg in diesem Spiel war gleichbedeutend mit der Sicherung des Relegationsplatzes – entsprechend war auch die Motivation. Doch im dritten Satz folgte der Einbruch – zu viele Ungenauigkeiten sorgten für den 12-21 Rückstand. Durch gezielte Wechsel stabilisierte sich das Chaos dann aber langsam wieder und zur Überraschung Einiger, konnte der Satz gedreht und mit 29-27 gewonnen werden. Die Freude über die sichere Relegation war riesig. Und doch wusste man, dass noch mehr drin war.

Gegen den SV Kornwestheim musste eine deutliche Leistungssteigerung her, wollte man den Aufstieg perfekt machen. Nach einem ausgeglichenen Start in Satz 1 wurde man Mitte des Satzes plötzlich abgeschüttelt. Starke Aufschläge der Gegnerinnen und zu wenig Druck im eigenen Angriff machten den Ludwigsburgerinnen das Leben schwer und Ratlosigkeit machte sich breit. Die Wende brachte Satz 2. Durch einen (manche sagen geschickt) eingebauten Aufstellungsfehler zu Beginn des Satzes, bei dem in jeder Annahmesituation Improvisationstalent gefragt war, schien bei den MTV-Damen jeglicher Druck verschwunden zu sein. Das Beste aus der Situation machen war der Plan – und tatsächlich zeigte der Aufstellungsfehler seine Wirkung: voll konzentriert und mit viel Druck agierten die Ludwigsburgerinnen in allen Elementen. Hinzu kamen die lautstarken Anfeuerungsrufe der rund 50 Fans und die musikalische Untermalung der Herren 2, die die Innenstadthalle in einen wahren Hexenkessel verwandelten.  Das Ergebnis: drei Satzgewinne in Folge (25-11; 25:19; 25:14)! Der dritte Aufstieg in vier Jahren und ein direkter Durchmarsch!

Unter großen Jubel brach nach dem Matchball der komplette Druck der vergangenen Monate von der Mannschaft ab und man sah auch das ein oder andere Freudentränchen fließen. Das am Ende des Tages kaum mehr einer eine Stimme besaß, störte da wenig!

Und als wäre das alles noch nicht genug, fuhr man direkt am darauffolgenden Montag noch zum Pokalspiel nach Willsbach. Was soll man sagen: Wenn es läuft, dann aber so richtig. Mit einem 3-1 Sieg gelang noch leicht erschöpften Ludwigsburgerinnen auch noch der Einzug in das Pokalfinale.


 
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